Zwanzig Jahre Kölner Tatort

Siebzig Folgen seit 1997

Die Tatort-Serie war als Antwort auf den Kommissar des ZDF gedacht und sollte die ARD-Stahlnetz-Krimis ablösen. Günther Witte, damals Fernsehredakteur und später Fernsehspielchef des WDR, hatte die Idee für eine solche Serie quasi im Auftrag seines damaligen Abteilungsleiters Günther Rohrbach. Im Jahr 1970 fiel die Entscheidung. Allerdings sollten aus wirtschaftlichen Gründen einzelne Folgen auf verschiedene Sender der ARD verteilt werden, so dass die ersten Serienbeiträge keine Eigenproduktionen des WDR wurden. Die erste Tatort-Folge hatte den Titel „Taxi nach Leipzig“ mit Walter Richter als Hamburger Tatortkommissar Paul Trimmel. Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär verkörpern mittlerweile seit zwanzig Jahren die Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk.

Anlässlich des zwanzigjährigen Dienstjubiläums der Kölner Tatortkommissare Ballauf und Schenk hat sich der WDR einiges einfallen lassen. Das WDR-Fernsehen zeigt am Dienstag, dem 3. Oktober 2017 direkt im Anschluss an den Tatort „Nachbarn“ um 21 Uhr 45 (Erstausstrahlung am 26. März 2017) die Dokumentation „Die Kommissare vom Rhein“. Darauf folgt ab 22 Uhr 30 der Tatort „Willkommen in Köln“, der erste gemeinsame Fall der beiden Fernsehkommissare, seinerzeit ausgestrahlt am 5. Oktober 1997. Es handelte sich damals um den ARD-weit dreihunderteinundsiebzigsten Tatort-Fall insgesamt. Über den Oktober verteilt werden weitere Tatortfolgen im WDR-Fernsehen gesendet.

Die Dokumentation

An der Wurstbraterei, Gratulation zu 20 Jahren Tatort am 6. April 2017, in der Mitte WDR-Intendant Tom Buhrow

Klaus J. Behrendt mit Bausünden-Regisseur Kaspar Heidelbach (links) und WDR-Redakteur Götz Bolten anlässlich des 20-jährigen Tatortjubliäums in Köln am 6. April 2017

Klaus J. Behrendt mit Bausünden-Regisseur Kaspar Heidelbach (links) und WDR-Redakteur Götz Bolten anlässlich des 20-jährigen Tatortjubliäums in Köln am 6. April 2017

Nicht nur für den eingefleischten Fan Kölner Tatorte hat Lothar Schröder eine Dokumentation zusammengestellt, die sich unter anderem mit der persönlichen Entwicklung der beiden Kommissare befasst. Nach Auskunft des WDR geht es dabei um so markante Verhaltensweisen wie Ermittlungsmarotten, Essverhalten, Mode, Verhältnis zu Frauen und die Wahl der Autos. Auch werde der Frage nachgegangen, wie „kölsch“ eigentlich der Kölner Tatort sei. Darüber hinaus könne der Zuschauer einen Einblick in die Dreharbeiten zur neuen Folge gewinnen.

Kulissen für zwei
Anfangs waren lediglich fünfzehn Tatort-Fälle für Köln geplant. Wenn man bedenkt, dass daraus mittlerweile siebzig Folgen innerhalb von zwanzig Jahren geworden sind, kann daraus geschlossen werden, wie beliebt die beiden Fernseh-Kommissare sind. Und natürlich musste sich im Laufe der Zeit einiges verändern. So ist einer der zentralen Arbeitsplätze von Polizisten Präsidium. Nachdem sich ganz zu Beginn Ballauf und Schenk mit der Kulisse in einer Tiefgarage am Sachsenring in Köln begnügen mussten, zogen sie in das „Präsidium“ in Köln Ehrenfeld um, in einem Gewerbegebiet gelegen, und das sie sich im Übrigen mit ihren Münsteraner Kollegen teilten. Im Keller des Hauses war auch die „Pathologie“ untergebracht, für Köln und für Münster.

Ab sofort werden die Präsidiums- und Pathologie-Szenen der Kölner Tatorte an neuer Stelle gedreht. In den Studios in Köln-Marsdorf wurden die Lokationen originalgetreu aufgebaut. Auch die Münsteraner sind wieder dabei. Die Dortmunder kommen dazu.

2017-10-02T16:28:42+00:00 2 Oktober 2017|